The World of Suzie Wong ist eigentlich eine englische Novel aus den Fünfzigern. Der Protagonist, ist ein Künstler, der sich nach Hong Kong begibt und ausversehen in dem Bordell Nam Kok Hotel unterkommt. Das nicht, wie er zunächst annahm, ein Hotel ist. Das findet der Protagonist allerdings gar nicht so schlecht, da er sich von den Bargirls inspirieren lassen möchte. Obwohl er sich vornimmt mit keiner der Prostituierten näheren Kotakt zu haben, knistert es relativ schnell zwischen ihm und Suzie Wong. Suzie Wong gibt sich dabei als Wong Mee-Ling eine Jungfrau aus einer wohlhabenden, chinesischen Familie aus.
Eine Interpretation des Buches besagt, dass es sich um eine Sozialkritik gegenüber Prostitution handelt, da viele Bargirls sich durch Armut dazu genötigt fühlen. Im Übrigen gibt es dieses Hotel wirklich unter dem Namen Luk Kwok Hotel. Allerdings findet man dort heutzutage keine Prostitution mehr, sondern eher ein paar Straßen weiter. Da der Lebensstandard in Hong Kong besser geworden ist, sind es meist auch ausländische Frauen die dort zur Prostitution gezwungen werden.
Um so absurder ist es eigentlich, dass es in Beijing im Chaoyang Park den The World of Suzie Wong Club gibt, dessen Geschäftsmodell eigentlich nur ein Ziel hat. So schnell wie möglich westliche Männer mit Frauen zu verkuppeln. Die Leser des bekanntesten Nachtleben und Lifestyle Magazins aus Beijing voten den Suzie Wong Club jedes Jahr erneut zur Bar mit der besten Chance auf ein Date. Das Ganze läuft folgender maßen ab.
Ladies night at Suzie Wong Club
Mittwochs ist Ladyies night im Suzie Wong Club. Frauen haben freien Eintritt. So weit ist das noch nichts außergewönliches. Von 20-22 Uhr haben allerdings Männer keine Erlaubnis den Club zu betreten und die Frauen bekommen alle Drinks, inklusive Cocktails, kostenlos. Was jetzt passiert wenn ab 22 Uhr die Männer dazu durfen, die übrigens 7 Euro für ein Long Island Ice Tea und 4 Euro für ein Bier bezahlen müssen, kann sich jeder denken und es bedarf keiner weiteren Worte…
Dieses Konzept hat mich dermaßen übereugt, dass ich mich gestern auf einen Männerabend eingelassen habe und mich mit 7 Jungs zur Ladies Night im Suzie Wong Club begeben habe. Das ganze war ein wirkliches Erlebnis. Ein Teil meiner Kumpanen ist Stammgast und in Besitz einer VIP Karte, so dass wir insgesamt auch keinen Eintritt zahlen mussten. In China haben es europäische Männer sowieso sehr leicht bei Frauen zu landen. Die Gründe sind vielfältig, Europäer sind groß, exotisch, haben vermutlich Geld und sind nicht zu letzt, viel charmanter und zuvorkommender als chinesische Männer, was kulturelle Gründe hat. Im Suzie Wong Club musste ich nur kurz dem Hampelmann zur (zugegebenermaßen recht guten Tanz-) Musik machen und schon war ich umkreist von willigen, besoffenen chinesischen Frauen.
Leider ist mir beim Anblick ekliger Expats, die Frauen Geld in den Auschschnitt gesteckt haben jegliche Lust am flirten vergangen, so dass ich 45 Minuten Sport auf der Tanzfläche begangen und mich danach zu meinen Jungs auf die Dachterasse des Clubs begeben habe. Dort haben wir noch ein bissel geplaudert und ich bin irgendwann nach Hause gefahren, während die anderen für den rest des Abends auch noch ein Mal die Tanzfläche ausprobieren wollten. Heute morgen um 8 Uhr hieß es allerdings schon wieder schon wieder 你好, 李军 的 航班 晚点了