Dieser Artikel ist der erste in einer Serie von Artikeln in denen ich Stipendienprogramme vorstelle, durch die es möglich ist nach China zu gehen.
Das China Stipendienprogramm der Studienstiftung des deutschen Volkes, ist ein hochgeradiges Stipendium, um ein Jahr in China studieren zu können. Jedes Jahr werden 10 Stipendien vergeben (bei ca. 400 Bewerbern!). Obwohl das Programm von der Studienstiftung des deutschen Volkes durchgeführt und betreut wird, ist es nicht für deren Stipendiaten exklusiv. Somit ist das Programm frei für jedermann. Erhält man dieses Stipendium, wird man zusätzlich für den Rest seines Studiums in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen. Das Stipendium hat eine sehr lange Vorlaufzeit und richtet sich vor allem an Studenten in den frühen Semestern. Die lange Vorlaufzeit sollte bei der Bewerbung berücksichtigt werden.
Neben dem Erwerb von Sprach und Landeskenntnissen sieht dieses Stipendium ausdrücklich den Erwerb von Fachkenntnissen vor, was es meiner Meinung nach besonders attraktiv macht. So studiert man ein Jahr lang in China sollte aber im zweiten Semester vermehrt Vorlesungen aus dem eigenen Fachgebiet wählen. Chinesischkenntnisse sind ausdrücklich erwünscht aber nicht notwendig.
Der Bewerbungsablauf ist folgendermaßen:
- Schriftliche Bewerbung bis 30.4.: Hierbei wird ein Motivationsschreiben gefordert.
- August: 3 wöchiger Intensiv Sprachkurs am Institut für Sinologie in Trier
- November: Auswahlgespräche in Bonn
Fällt die Bewerbung positiv aus, so hat man im darauf folgenden Frühling einen weiteren 3 wöchigen Intensivsprachkurs. Im August gibt es bei Bedarf eine weitere Woche Sprachkurs und im September ist dann Abflug nach China. Obwohl man seine Uni frei wählen darf, ist es üblich nach Nanjing zu gehen. Da das Programm ursprünglich in Kooperation mit Nanjing erstellt wurde.
Da ich mich selbst für dieses Stipendium beworben habe, kann ich euch ein Paar Erfahrungen mitgeben:
Das Motivationsschreiben sollte wohl überlegt sein. Es dient als Gesprächsgrundlage, für die Auswahlgespräche im November. Bei diesen Gesprächen muss man sich zwei mal 40 Minuten mit jeweils zwei Menschen unterhalten. Die Auswahlkommission besteht bunt gemischt aus Professoren, Chinesen, Leuten aus der Wirtschaft und ggf. auch Politikern. Jedes Mitglied der Auswahlkomission, das man sieht, kann einem ein bis 10 Punkte geben. Wodurch man insgesamt 40 Punkte erhalten kann.
Im Anschluss an den ersten Sprachkurs gibt es einen Test, bei dem die Teilnehmer in der Regel zwischen 6 und 10 Punkten erhalten. Am ende werden die 10 Bewerber mit den meisten Punkten genommen. In der Regel liegt die Grenze bei ca 37 Punkten.
Die Vorauswahl der potentiellen Kandidaten nach der schriftlichen Bewerbung beruht vermutlich mehr auf dem Lebenslauf, als auf dem Motivationsschreiben, weswegen es wie schon erwähnt sinnvoll ist im Motivationsschreiben tief zu stapeln, so dass man später im Gespräch punkten kann. Der Intensivkurs ist wirklich intensiv, an 6 Tagen pro Woche hat man 6 Stunden Unterricht und abends jeweils 2 Stunden Thaichi oder einen weiteren Vortrag von einem Professor oder Wissenschaftler in Trier. Zusätzlich erhält man täglich Hausaufgaben deren Bearbeitung locker zwei Stunden in Anspruch nehmen sollte.
Die 20 Bewerber, die nach der schriftlichen Vorauswahl zum Sprachkurs eingeladen werden, werden auf 4 Klassen aufgeteilt, so dass ein sehr Intensives Lernen in kleinen Gruppen (zu 5 Leuten) möglich ist. Bei dem Sprachkurs wird vor allem sehr viel von Deutsch ins Chinesische übersetzt, auf Anfänger Niveau wird man in 3 Wochen ca. 400 Zeichen lernen.
Man sollte sich am besten schon vor der schriftlichen Bewerbung auf die Auswahlgespräche vorbereiten, in dem man sich mit dem Land China auseinander setzt. Motivation erscheint mir hierbei alles entscheidend. Es empfiehlt sich Literatur zur Geschichte Chinas, zur Kultur und zur aktuellen Gesellschaft zu lesen. Besonders empfehlenswert sind die Titel: Chinas Weg in die Moderne von Herbert Spence und die Bücher von Joseph Needham zum Beispiel Wissenschaft und Zivilisation in China. Empfehlenswert ist auch Eine Welt aus Zeichen - über die Chinesen und ihre Schrift. von Cecilia Lindqvist Außerdem gibt es von der Bundeszentrale für Politische Bildung eine sehr lesenswerte Broschüre über China. Wichtiger als dieses Fachwissen über China ist aber das echte eigene Interesse. So sollte man sein Interesse an China zum Beispiel mit dem eigenen Studium, den Hobbies oder sonstigen Interessen verknüpfen können. Hierfür mag es helfen, die oben genannte Literatur sehr frühzeitig zu lesen.
Das Stipendium enthält, die Finanzierung von drei Sprachkursen, 1000 Euro für Privaten Sprachunterricht, monatlich 700 Euro (für 12 Monate Aufenthalt) eine Mobilitätspauschale von 1000 Euro, kosten für An und Abreise sowie die übernahme der Studiengebühren. Finanziert wird das Programm durch die Alfried Krup von Bohlen und Halbach Stifgung


