Painkiller Germany Special

Written by Rene-Pickhardt in Heavy Metal

Chinas größtes Heavy Metal Magazin veröffentlichte diesen Monat seine Ausgabe mit einem Deutschland special. In diesem wurden auf jeweils zwei Doppelseite über In Legend und Van Canto berichtet. Ich mache ja ungerne Fremdwerbung in meinem Blog, doch in diesem Fall hatte ich auch die Finger mit im Spiel.

Nachdem ich über den ehemaligen DAAD Stipendiaten Bastian Emig nicht nur auf mein aktuelles Stipendienprogramm aufmerksam gemacht worden bin, sondern durch ihn auch noch die Macher des Painkillermag kennengelernt habe konnte ich mich bei diesen dafür einsetzen, den Deutsch Chinesischen Kulturaustausch voranzutreiben. Im Aprill 2010 habe ich also 2 Mal 50 CDs chinesischer Metalbands nach Deutschland gebracht habe, die von www.musikreviews.de besprochen worden sind. Nun hat das Painkillermag sein Versprechen wahr gemacht und im Gegenzug sein Deutschlandspecial veröffentlicht.

Nachdem ich den Redakteur Freddy zur Metalcongeburtstagsparty eingeladen habe (inklusive Flugkosten!) konnte er Van Canto kennenlernen. Auf Grund der Sprachbarrieren habe ich das Interview mit Van geführt und es dann übersetzt. Und auch an der Präsenz von dem In Legend Artikel war ich nicht ganz unbeteiligt. So habe ich Freddy die Bandbiographie zukommen lassen, bevor unsere Website überhaupt online war.
Wenn euch nun interessiert, wie so ein Artikel auf chinesisch aussieht, ich habe ein paar Fotos angehängt.

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In Legend Rapidshare

Written by Rene-Pickhardt in Heavy Metal

Ein weiterer Grund, weswegen ich in der letzten Zeit leider wenig von China und Peking mitbekommen bzw. berichtet habe, ist die Tatsache, dass ich gemeinsam mit Robert die Website für In Legend programmiert habe. Hierbei haben wir probiert (Nachdem meine Bewerbung noch in Arbeit ist…) unser Knowhow was Suchmaschienen angeht ein weiteres mal einzusetzen.

Ziel ist es dieses mal nicht bei google zu arbeiten, sondern Filesharen zu vor zu kommen. Nachdem die neue Seite mittlerweile von Google indiziert wurde, kann ich einiges über den Erfolg sagen. Wenn in Zukunft jemand bei Google nach illegalen downloads von In Legend sucht, sollte er aber z.b mit diesem Suchstring “In Legend Rapidshare” von google eher die bandeigene Seite angezeigt bekommen auf der man das tatsächlich kostenlos und legal das Album Pandemonium downloaden kann.
Genauso funktionieren die Suchen nach Pandemonium Lyrics, Heya Lyrics, Prestinate Lyrics und The Healer Lyrics

Für alle die es noch mitbekommen haben: In Legend machen Piano Metal. Das heißt die Musik hat zwar Schlagzeug und Bass wie eine Metalband, lässt aber die Gitarren zu gunsten eines “agressiv, harmonisch” gespielten Pianos weg. Ich habe auch mal das von Robert geschnittene sehr sehenswerte In Legend Video verlinkt. Neben dem Piano, dass mit einem Hammer zerstört wird, finde ich vor allem die Mitschnitte von den Händen bei 2:15 - 2:19 echt genial!

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Die finnische Band Ensiferum sollte am 9. Januar ein live Konzert in Peking geben. Ensiferum ist neben Iced Earth meine Lieblingsband. Darauf habe ich mich entsprechend schon sehr lange gefreut. War es doch so, dass kurz nach meiner Abreise nach China das neue Album From Afar erscheinen sollte, welches ich in China nicht kaufen konnte. Dabei hat es doch richtig gute From Afar Reviews gehagelt. Im September war die Band dann auf Europatour, der ich auch nicht beiwohnen konnte.

Die Vorgeschichte

Nachdem ich in meinem Ensiferum Interview Markus Toivonen, den Bandgründer und Songschreiber, bereits kennenlernen durfte, hoffte ich darauf ihn bei dem Konzert im Mao Live house noch einmal zu begegnen. Viele seiner Wünsche sind nach dem Interview in Erfüllung gegangen und ich wollte ihn beglückwünschen und ihm meinen Respekt für das gelungene 4. Album aussprechen. (Die Band hat wirklich eine sehr steile Karriere hinter sich)

René hilft bei Ensiferum aus

Dann kann jedoch alles anders. Yang von Painkiller hatte mich im Laufe der Woche probiert zu kontaktieren und wollte, dass ich beim Organisieren des Konzertes aushelfe. Leider konnte er mich nicht erreichen. somit bin ich ganz normal zum Konzert. Als Yang mich aber gesehen hat, kam gerade der Tourmanager und erklärte, dass er zwei Leute für Bühnen-Security braucht. Yang schaute mich an und ich nickte…

Ensiferum von der Bühne aus

Ich habe mir also das komplette Konzert auf der Bühne neben dem Gitarristen Markus Toivonen angucken können. Leider war die Band vor dem Konzert saubeschäftigt und müde, so dass ich mit ihnen gar nicht sprechen konnte. Ich hatte es aber auch nicht eilig, denn ich musst mit dem DAAD morgen früh nach Shanghai fliegen um Firmen zu besichtigen. Das lustige ist, dass Ensiferum, nachdem sie morgen nach Xi An fahren am 13. Januar - einen Tag nach meinem Geburtstag - ein Konzert im Mao Live House von Shanghai geben werden. Han Ning von Painkiller ist dabei und braucht noch Unterstützung. Das werde ich wohl übernehmen.

Gerade eben bin ich ziemlich begeistert. Zwar arbeiten Metalcon und Painkiller schon länger zusammen. Aber bei Konzerten aktiv helfen, war wegen meiner zu schwachen chinesisch Kenntnisse bislang nicht drin. Das ich meinen ersten Einsatz, bei meiner Lieblingsband und einem so coolen Job verbringen kann, hätte ich nicht erwartet. War es doch überhaupt eine Überraschung für mich, als es vor 3 Monaten hieß, Ensiferum werden, gesponsort von der Finnischen Botschaft, nach China kommen.

不要照 (Bu yao zhao!) - Kein Fotos!

Zu meinem Job gibt es nicht viel zu sagen. Markus Toivonen hatte mir vor 1 1/2 Jahren bereits erzählt, dass er es nicht mag, wenn konzerte gefilmt werden und im Internet landen. Er findet musik hat Qulität und sollte etwas besonderes, wertvolles sein. Somit bestand die Band darauf, dass im kompletten Publikum nach dem dritten Song keien Fotokameras und Videokameras mehr vorhanden sind. Außerdem sollte ich aufpassen, dass keine Crowdsurfer auf die Bühne kommen. Ich war beeindruckt, dass nach dem vierten Song wirklich alle Kameras im Publikum verschwunden waren. Ich sage nur: “Bu yao zhao!” Einen Nachteil hat der Job, ich konnte natürlich selbst nicht fotographieren. Zwar soll ich in bälde Fotos von meinen Freunden bekommen, aber jetzt müsst ihr euch erst ein Mal mit einem Ensiferum Artikel ohne Fotos zufrieden geben, vielleicht kann ich ja vom Shanghai konzert welche Nachreichen.

Der weitere Nachteil war übrigens dass man auf der Bühne nur den Sound der Monitore hört und das ist nicht identisch mit dem was beim Publikum ankommt. Ich habe ein komplettes Konzert ohne den Gesang des Frontmans Petri Lindroos (auch bei Nother ) erleben durfen. Da ich die Lieder eh auswändig kann habe ich einfach im Kopf mitgesungen und dabei Markus und den Bassisten Sami Hinkka bewundert. Vor allem Sami zieht eine sau geile Live performance ab und kann perfekt das Publikum aufheizen. Dabei Legt ein ein bissel die Allüren des Amon-Amarth-Frontmans Johan Hegg an den Tag.

Ensiferum From Afar Tour Setliste

Überrascht war ich übrigens auch in einer ganze anderen Hinsicht vom Publikum. Erstens war das Mao Live house fast ausverkauft und zweitens waren viele Text und Melodiesicher und kannten fast jeden der Songs. Zur Seltiste gibt es nicht so viel zu sagen. Eine perfekte Mischung aus den alten Alben (Ensiferum, Iron und Victory Songs) und den neuen Songs. Ich war überrascht, dass sie stone cold metal gespielt haben. Schließlich musste der lange Instrumentale Part größten Teils vom Band eingespielt werden. Die Verschnaufpause tat der Band auch gut. Little Dreamer hat gefehlt, dafür waren Trecherous gods und Token auf Time dabei. Das Publikum forderte mehrmals Lai Lai Hei und hat den Song auch bekommen. außerdem waren noch mit dabei victory songs, iron, battle song, from afar, Ahti und twilight tavern. Erst jetzt fällt mir auf, dass sie auf Tale of Revenge verzichtet haben. Aber ist ja auch klar, dass bei 4 Alben immer weniger Songs pro Album gespielt werden können.

Für mich können Ensiferum auch nach ihrem 4. Album From Afar, wie man an diesem Blogeintrag leicht erkennen kann immer noch stark überzeugen. Die Jungs sind in ihrer Porformance sau professionell geworden, die Songs sind noch ein Mal besser geworden und ich freue mich riesig auf den 13. Januar.

Keine Cd’s am Merchandise Stand

Einen kleinen Schmackerl mag ich noch los werden. Europäische Bands lernen zu meinem Leidwesen, dass man in China keine CD’s verkaufen kann, zwar gab es Ensiferum Shirts für 8 Euro und Sweatshirts für 15 Euro (die ich mir in Shanghai noch zulegen werden) Doch selbst bei der Asientour war es unmöglich das aktuelle From Afar Album zu erstehen. Hatte ich doch sogar auf eine signierte Version gehofft…

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Ego Fall 13Club Metal Sylvester

Written by Rene-Pickhardt in Heavy Metal

Sylvester ist hier in Peking, ähnlich wie Weihnachten, auch ein eher undbedeutendes Fest. Für die westliche Community gab es eine Party in einer der leerstehenden Hallen im Künstlervirtel 798, über das ich letztens erst berichtet habe.

13 Club - Heavy Metal Underground

Ich persönlich habe den Abend dazu verwendet mich ein Mal mehr in den Pekinger Metal Underground zu stürzen. Im 13 Club, gab es wieder ein Konzert mit den Auftritten von mehreren Metal-Bands. Neben Frosty Eve, die ich bereits beim Stratovarius-Konzert kennenlernen konnte, durfte ich dieses Mal auch die Lable-Kollegen Ego Fall kennenlernen. ich war beeindruckt! Anbei ein Video von ihrem Auftritt, leider ist der Sound total übersteuert, doch es gibt ein paar Sachen auf die man achten kann.

  1. Der chinesische Sänger mit Dreadlocks! Wahnsinn, schaut euch seine Leistung als Frontman an.
  2. Der Bassist, der immer wieder seine tiefe Stimme gekoppelt mit dem Bass einsetzt, um einen Didgereedoo Effekt zu erzeugen und dadurch das Gefühl traditioneller chinesischer Instrumente wiedergibt (wie gesagt sorry noch mal für den miesen Sound)
  3. Das Publikum. Schaut euch die Chinesen an! Die brennen mehr Heavy Metal zu hören.

Female voice Metal

Und natürlich gab es auch mal wieder eine Female Voice Band aus China. Schon fast nichts besonderes mehr, doch gab es dabei eine Überraschung. Die Sängerin saß mit einer Behinderung headbangend im Rollstuhl und hat mal clean gesungen und mal gegrunzt!

Das Video hat einen besseren Sound als das von Ego Fall, auch wenn der Gesang sich am Anfang wegen Tonproblemen im 13Club ein bissel komisch anhört. Die Band war insgesamt nicht sonderlich kreativ, doch war ich von dem Auftritt ziemlich berührt. Ich habe in China vorher noch keinen einzigen behinderten Menschen gesehen und mich gefragt, ob es diese überhaupt gibt?
Stilistisch lässt sich die Musik dieser Band mal wieder in Gothic Metal einordnen.

Nun freue ich mich allerdings erst ein Mal auf den Van Canto - Auftritt im Qutasch Comedy Club den ich hier zwar nich live sehen kann, aber sicherlich im nachhinein.

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Heavy Metal im 13Club

Written by Rene-Pickhardt in Heavy Metal

Gestern war ich auf dem ersten richtigen chinesischen Underground Metal Konzert in Peking. Es war der erste Tag des vier Tage lang anhaltenden Metal Music Festival im 13Club. Für 4 Euro konnten wir uns gestern also 8 Bands anschauen. Die meisten waren im Bereich Metalcore angesiedelt und haben versucht einen Bullet for my Valentine bis Killswitch Engage Style zu treffen. Mitten drin kam noch eine thematisch wenig passende Gothic Metal Band mit einer weiblichen Sängerin und Keyboardspielerin.

13Club 1. Adresse für Metal in Peking

Der 13Club ist die erste Adresse für die Undergroundszene in Peking. Metal Battle China das vom Wacken Festival organisiert wird findet in diesem Club statt. Somit war ich auch wenig überrascht, dass ich in der Location Wackenflyer finden konnte. Der 13Club ist im Vergleich zum Mao Live House eher eine größere Bar und ist direkt neben dem D22 zu finden. Die Location ist für europäische Bands vermutlich zu klein, da sie maximal ein Drittel der Größe der Battschkapp hat. Jedoch scheint sie für den Pekinger Underground der zentrale Dreh- und Angelpunkt zu sein.

Metalcore im 13Club

Eine Band ist mir besonders aufgefallen: Final Message. Ich habe euch ein Video der Band aufgenommen und ihr könnt es euch hier ansehen. Leider ist die Soundqualität, wie so oft bei solchen Livemitschnitten, nicht so gut. Mir geht es jedoch darum zu zeigen, wie die Jungs auf der Bühne performen. Morgen werde ich wieder auf ein Konzert dieser Band gehen. Der Gitarrist Wang Lin versprach mir auch eine aktuelle EP dabei zu haben. Denn wie so oft war es wieder nicht möglich eine CD der Band zu erhalten.

Bitte vor allem auf die Gitarristen und ihre Bühnenperformance achten. Die war über weiter Strecken schon außergewöhnlich gut.

Nightwish aus China

Neben den ganzen Metalcorebands haben wir auch noch einen Nightwish Abklatsch gesehen. Am interessantesten daran war, dass die Sängerin zwar hübsch ist, aber im Gegensatz zu den Frontfrauen der europäischen Female Voicemetalbands überhaupt nicht mit ihrer Weiblichkeit kokettiert hat. Es hätte mich also nicht gewundert, wenn sie im Trainingsanzug auf der Bühne erschienen wäre. Wenn ich hier eine besser Internetverbindung habe werde ich euch noch mehr Videos zur Verfügung stellen.

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[caption id="attachment_342" align="alignright" width="150" caption="das Herz besteht aus zwei Fingerabdrücken"]das Herz besteht aus zwei Fingerabdrücken[/caption]

Am 19.9.2009 hat mein chinesischer Freund und Autor beim Painkiller Mag Freddy (Cai Hua (才华)) seine Freundin Ma Xuan (马璇) geheiratet. Ich hatte das große Glück auf der Gästeliste zu stehen und mein erstes richtiges chinesisches Erlebnis haben zu durfen.

Chinesische Familie und Freunde feiern gemeinsam

[caption id="attachment_346" align="alignleft" width="150" caption="direkt nach DEM Kuss"]direkt nach DEM Kuss[/caption]

Gegen 9:30 wurde ein Teil der Gäste zu einer U-Bahnstation in Peking bestellt. Von dort aus würde ein Bus zu dem Restaurant fahren in dem die Hochzeit stattfinden sollte. Dort waren ca. 80 Gäste, die aus den Familienanghörigen des Paars sowie aus deren Freunden bestanden. Die eigentliche Zeremonie war für 11 Uhr angesetzt und fand in einem kleinen Nebengebäude im Garten des Restaurants statt. Die Zeremonie ist das was in Deutschland etwa der kirchlichen Trauung entspricht. Es gibt in China auch den Ehering, den Brautstrauß, das kleine Mädchen das Blumen streut nur Trauzeugen habe ich keine entdecken können. Nach der Trauung werden direkt am “Altar” Fotos mit verschiedenen Gruppen von Menschen, Famlie, Kollegen, Freunde, Ausländer,… gemacht.

Essen als Teil der Feier

[caption id="attachment_351" align="alignright" width="150" caption="Europäisches Essen"]Europäisches Essen[/caption]

Die Zeremonie fand passenderweise bereits in einem Restaurant statt, so dass direkt nach der Trauung das Festmahl beginnen konnte. Interessanterweise hatten wir ein europäisches Buffet und keine Stäbchen sondern Messer und Gabel. Das liegt wohl daran das der Journalist Freddy ziemlich westlich interessiert ist. Seine Eltern, die übrigens total lieb sind, hätten allerdings lieber ein etwas traditionelleres Essen und Stäbchen präferiert. Als Deutscher war ich nach einem Monat China total begeistert Roast Beef, Kartoffelsalat, Kartoffeln und co. essen zu können.

René lernt chinesisch

[caption id="attachment_333" align="alignleft" width="150" caption="Abends wurde mit Freunden gefeiert"]Abends wurde mit Freunden gefeiert[/caption]

Während es ohne die Sprache zu können recht schwer ist chinesische Freunde zu gewinnen die kein Englisch können, ist so eine Hochzeit eine tolle Gelegenheit sein Chinesisch zu verbessern. Ich wurde ca. 8 Stunden an diesem Tag von allen Seiten dazu genötigt chinesisch zu sprechen. Das hat zwar meistens nicht so gut geklappt, wie ich das gerne gehabt hätte, aber irgendwie ging es doch voran. Immerhin ist seit der Hochzeit meine Hemmschwelle mit Chinesischen zu kommunizieren massiv gesunken.

Hong Bao

Was hat es nun mit diesem omminösen Hong Bao (红包) (Roter Umschlag) auf sich? Im pragmatischen China wird zu Hochzeiten und auch zu anderen Feierlichkeiten eigentlich ausschließlich Geld in einem roten Umschlag (hong bao (sprich: hrong Bau) verschenkt. Ein Problem für einen Ausländer wie mich, der so gar nicht die Marktpreise kennt. Also habe ich verschiedene

[caption id="attachment_338" align="alignright" width="150" caption="chinesisches Brautpaar nach der Trauung"]chinesisches Brautpaar nach der Trauung[/caption]

Experten (inklusive) Internet befragt. Leider varierten die Antworten von Du bist Ausländer und musst nichts schenken über 20 Euro bis hin zu du bist Ausländer und solltest mindestens 100 Euro schenken. Am Ende habe ich auf eine Sinologin gehört die mir geraten hat zwischen 30 und 40 Euro zu schenken. Da ich Freddy im kommenden Monat nach Deutschland einlade, habe ich ihm einen 5, einen 10 und einen 20 Euro Schein in einen Umschlag gesteckt, so dass er sich gleich schon mal an die richtige Währung gewöhnen kann. Um das Geschenk etwas “deutscher” zu gestalten habe ich noch eine von meinen 300 Gramm Milka Voratatsschokoladentafeln dazu getan.

Chinesische Hochzeits Traditionen

[caption id="attachment_353" align="alignleft" width="150" caption="Chinesische Hochzeitstradition"]Chinesische Hochzeitstradition[/caption]

Obwohl die Hochzeit nicht übermäßig traditionell war, durfte ich doch die ein oder andere Tradition miterleben. So ist das Brautpaar beim Essen nicht mit den Gästen sondern Backstage und zieht sich des öfteren um. Man möchte sich anscheind von seinen ganzen guten Seiten zeigen. Weiterhin wird gemeinsam die Hochzeitstorte angeschnitten. Der Höhepunkt waren die Ansprachen des Brautpaars und der Schwiegerväter. Außerdem hat Freddy den Eltern seiner Frau und Maxuan hat Freddies Eltern Tee serviert. Die Traditionen kann ich im Moment nur wiedergeben. Mein chinesisch war noch zu schlecht, als das ich hätte nachfragen können (geschweige denn sie mir erklären lassen…)

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Musikinstrumente kauft man im Musikerviertel

[caption id="attachment_315" align="alignleft" width="150" caption="Chinesischer Musiker"]Chinesischer Musiker[/caption]

Wer meint, das eine Stadt mit 15 Millionenen Einwohner wie Peking auch Instrumentebauer und Musikläden haben sollte, irrt keines Wegs. Wer aber glaubt dass diese Läden gut über die Stadt verteilt sind, damit es in jedem District ein oder 2 Läden gibt, der irrt sich gewaltig. In Peking gibt es eine Straße Namens Xinjiekou nan Dajie (新接口南大街) Dort findet man auf einem Abschnitt von ca. 200 Meter Länge alles was die Herzen eines Musikers höher schlagen lässt.

xinjiekou

Im Xicheng District findet man im südlichen Teil die Xin jiekou South Street. Hier findet man klassische, traditionelle chinesische Musikinstrumente, Schlagzeuge (arkustisch und elektrisch), Gitarren, Flöten, Geigen, Bratschen, Geigenbögen (sowie sämtliches Zubehör für Instrumente) und natürlich auch Pianos und Klaviere.

[caption id="attachment_318" align="alignright" width="150" caption="Überfüllter Instrumente laden"]Überfüllter Instrumente laden[/caption]

Aber xinjiekou ist mehr als nur eine Ansammlung von Instrumentebauern und Verkäufen. Es ist neben der Beijing Oper das musikalische Zentrum Beijings. Hier treffen sich Musiker zum Üben in den Läden und auf den Straßen. Hier wird man über kommende Konzerte informiert. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass man hier auch problemlos Mitmusiker für eine Band finden kann.

Preise / Kosten / Wissenswertes

Obwohl sich in xinjieku für jedes Instrument mindestens 4-5 Händler befinden scheint es keinen großen Konkurrenzkampf zu geben. Die Produktpalate reicht von Einsteigerqualität zu guter Qualität für fortgeschrittene Musiker. Aller Klavierläden hatten im wesentlichen die gleichen Klaviere in ihrem Sortiment. Es scheint als würde es exakt einen Großhändler geben, der alle Läden beliefert.

[caption id="attachment_317" align="alignleft" width="150" caption="Musikinstrumente Geschäft"]Musikinstrumente Geschäft[/caption]

Die Preise sind jedoch trotzdem günstig. Christoph Yew und ich haben uns zusammen ein Casio-PX-120 zugelegt. Das ist ein Mittelklasse E-Piano für das man in Deutschland mit allem Zubehör schon mal schnell 800-1000 Euro auf den Tisch legen darf. In xinjiekuo haben wir dafür 270 Euro bezahlt. Somit darf ich mich jetzt stolz Besitzer eines halben E-Pianos nennen und hoffe, dass ich hier mein Pianospielen wieder konsequent aufnehmen und verfolgen kann. Es ist eben doch schöner, wenn man auch selbst musizieren kann.

Transport des Instruments

Der Transport der Instrumente ist auch völlig unproblematisch und lässt sich am besten mit einem Taxi lösen. Sollte das instrument nicht ganz in das Taxi passen, so wie in unserem Fall, dann ist das auch kein Problem. Man kann es ja einfach ein bisschen rausgucken lassen.

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Joyside (Punk Rock) Break up

Written by Rene-Pickhardt in Heavy Metal

[caption id="attachment_253" align="alignleft" width="150" caption="Joyside rocken das Mao Live house"]Joyside rocken das Mao Live house[/caption]Am Wochenende stand mal wieder Chinesischer Rock auf dem Programm. Die Punk Rock Band heißt Joyside. Ich mag deren Stil eigentlich nicht so gerne, doch da es vermutlich die bekannteste Pekinger Underground Band ist, wollte ich mir meine finale Meinung bei einem Live Konzert bilden. Der Eintritt sollte zwischen 5 und 6 Euro kosten. Also machten wir uns wieder ein Mal auf den Weg zum Mao Live House

Joyside - Abschlusskonzert - Bandauflösung - Hintergründe

Die Band hatte zuvor angekündigt, dass es sich bei dem Konzert am 12. September im Mao Live houseum ihr Abschluss Gig handelt. Nach eigener Angabe hat die Band sich nie auflösen wollen, sah sich aber dazu gezwungen, da sie zu viele hässliche Sachen in der Pekinger Rockszene gesehen hat. Joyside habe keine Lust auf den ganzen “Bullshit” und möchte einfach nur Musik machen. Joyside wurde von der Musikindustrie in eine Position gebracht, in der sie mit dem “Bullshit” umgehen müssten und das mache die Band mental und physisch kaputt.[caption id="attachment_252" align="alignright" width="150" caption="Moshpit beim Joyside Konzert"]Moshpit beim Joyside Konzert[/caption] Die Band um Gründer und FrontmanBian Yuan 边远 ist stolz, dass sie sich nie für jemanden verbogen hat und einfach hoch qualitative Musik abgeliefert hat. Das sei auch das einzige, was die Band interessiere. In einer Welt mit ihrer Musik zu leben.

Joyside heizen mit Rock und Punk die Chinesen ein

Bei dem restlos ausverkauften Konzert herrscht bei gefühlten 40 Grad im Mao live house eine großartige Stimmung. Von Trauer über die Auflösung ist bei den Joyside Fans nichts zu spüren. Die Jungs von Joyside sind mit 100% Einsatz, viel Kippen und Alkohol auf der Bühne und liefern eine grandiose Show ab. Anbei ein Auszug aus einem Konzertbericht von einer Freundin, die mit auf dem Konzert war aber zunächst unsicher war, ob sie das wirklich mitmachen will

Joyside Review (Konzertbericht)

[caption id="attachment_247" align="alignleft" width="150" caption="Bian Yuan (边远) nass geschwitzt beim Rocken"]Bian Yuan (边远) nass geschwitzt beim Rocken[/caption]“…Konzertbeginn war für halb 10 angesagt und als wir um 10 ankamen war es auch schon losgegangen und die Leute direkt vor uns haben leider die offiziell letzten Tickets bekommen. Nach ein paar Diskussionen (“We came from Germany to see this band!!”) ging es aber doch noch rein in den Konzertsaal, der voll war mit kleinen Chinesen und großen Europäern, alle schwitzten unglaublich und auch unsere Haare waren bei den Temperaturen nach ein paar Minuten nass. Wir haben uns dann auch direkt ins Getümmel gestürzt und es folgte eine Stunde Abgehen zu feinster Punkrockmusik im Stile der 60er bzw. 70er Jahre.

Der Sänger (Bian Yuan 边远) entsprach einer asiatischen Version von Mick Jagger (und sah auch aus, als ob er sich dementsprechend hätte operieren lassen…) und in Punkto Stilikone stand er ihm auch in nichts nach: ein weißes Hemd mit schwarzen Punkten, ein Hut, Kostümwechsel gegen Ende des Konzerts und in der linken Hand stets Zigarette oder Schnapsflasche. Was man nicht alles tut für ein Rockstar-Image. [caption id="attachment_250" align="alignright" width="150" caption="Joyside Gruppies"]Joyside Gruppies[/caption] In der ersten Reihe quetschten sich auch ein paar Groupiemädels, aber die Mehrheit der Leute schien dazusein, um ein letztes Mal diese legendäre Band live zu sehen. Texte waren auf Englisch, nicht sehr tiefgründig, dafür laut und mit ordentlich Geschrammel dahinter; die Musik war eine Mischung aus Rolling Stones, Ramones und Libertines. Das Publikum war recht gemischt, gestylte und alternative Chinesen, aber auch viele Ausländer, die zusammen abgegangen sind. Wir Mädels sind bzw. wurden auch ordentlich herumgehüpft, aber hier braucht man sich auf Grund der geringen Körpergröße der Chinesen wohl keine Sorgen zu machen[...] Kurz, es war wirklich großartig, 100% mein Musikgeschmack, gern mehr von der Sorte, und es ist schade dass sich die Band auflöst.” by Johanna Reinkemeier

The last party for the endless songs - Setliste

Für alle Fans noch die Setliste von dem Schlusskonzert. nach dem 17. Song gab es die erste Zugabe, nach dem 20. die zweite.

  1. I dont’t care about your Society
  2. I wanna piss around you
  3. All Night
  4. silly girl
  5. nobody’s lover
  6. he’s dead
  7. out of time
  8. Your city is a desert to me
  9. shejing
  10. run
  11. she doesn’t wand me anymore
  12. sunday morning
  13. nervous
  14. lover-D
  15. fire
  16. maybe tonight
  17. 20th century boy
  18. spy
  19. russian roulette
  20. dong dong dong
  21. good night
  22. sister lunatic
  23. do you love me?

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[caption id="attachment_113" align="alignleft" width="150" caption="Sogar in China kennt man Black Metal"]Sogar in China kennt man Black Metal[/caption]

Konzerte in China sind das absolute Gegenteil von allem was man in Deutschland kennt und gewohnt ist. Eine Ähnlichkeit gibt es jedoch. Die Besucher tragen fast alle Merchandise von europäischen und amerikanischen Bands, so habe ich von Norther über Blind Guardian und Iron Maiden bis hin zu Blackmetal T-Shirts alles gesehen.

Frosty Eve heizen das Publikum ein

[caption id="attachment_105" align="alignright" width="150" caption="Frosty Eve heizen die Fans ein"]Frosty Eve heizen die Fans ein[/caption]

Das Plattenlabel Mort Productions welches gute Kontakte zum Mao Live House pflegt war in der Lage die Vorband Frosty Eve als Support zu platzieren. Es hat lange gedauert, bis ich den Namen dieser Band herausfinden konnte. Für Frosty Eve die einen ähnlichen Stil wie Children of Bodom haben und technisch brilliant sind, interessierte sich nämlich außer mir anscheind niemand auf dem Konzert. Zwar hat das Publikum Stimmung gemacht aber mehr auch nicht.

Merchandise und VIP Tickets

[caption id="attachment_96" align="alignleft" width="150" caption="Merchandise Stand von Stratovarius im Mao Live House"]Merchandise Stand von Stratovarius im Mao Live House[/caption]

Bei Konzerten in China wird scheinbar kein Merchandise verkauft. Zwar gab es einen Merchstand von Stratovarius, aber dieser entsprach eher einem Campingtisch, an dem 5 CDs und 3 T-Shirts lagen. Auch hier hatte ich keine Chance den Namen von Frosty Eve herauszufinden.

[caption id="attachment_120" align="alignright" width="150" caption="Meet & Greet mit Stratovarius"]Meet & Greet mit Stratovarius[/caption]

Womit in China bei Konzerten allerdings Geld verdient wird sind die VIP-Tickets. Das normale Ticket hat im VVK 18 Euo gekostet. Wer 50 Euro gelöhnt hat, durfte sich Besitzer eines VIP-Tickets nennen. Hierfür bekommt man folgende extra Leistung. Man erhält ein DIN A3 Tourposter der Band und darf nach dem Konzert, sobald die Band wieder Lust hat Menschen zu sehen, zum Meet and Greet. Hier wird das Poster von der Band unterschrieben und man darf noch ein gemeinsames Foto mit der Band machen.

Von den ca. 600 Gästen haben etwa 30 den VIP Deal gebucht.

Das Mao Live House

[caption id="attachment_103" align="alignleft" width="150" caption="Barbereich des Mao Live House"]Barbereich des Mao Live House[/caption]

Das Mao Live House gilt als der beste Live Club in Peking. Zumindest hat der Club für seine Anlage eine Auszeichnung gewonnen. Seit dem machen auch viele internationale Acts einen Stopp in Peking, um ihre Instrumente zu bedienen. Der Club ist etwas kleiner als die Battschkapp in Frankfurt. Die Preise für Getränken fangen bei 2 Euro für ein großes Bier an und enden bei 4 Euro für einen großen Cotail. Das sind die gängigen Pekinger Barpreise. Ob die Anlage des Live Club wirklich so gut ist kann ich bislang nicht beurteilen. Der Mann am Mischpult war beim Soundcheck nur noch am Fluchen und er hatte keine Chance mit den Leuten der Bühne zu komunizieren, da nicht Mal ein Micro vom Sound auf die Monitore gelegt war. Bei dem Gig selbst fand ich den Sound jedoch grandios.

Stratovarius und die Fans

Stratovarius, die sich gerade auf der Polaris Asia Tour befinden und deren Stil ich eigentlich nicht so gerne mag, haben bei dem chinesischen Ambiente live derb das Haus gerockt. Wer das nicht glauben will kann sich gerne dieses Video anschauen:

Für eine CD einer Chinesischen Band zahlt man in China etwa 3 Euro. Somit ist kein Chinese bereit für europäische Musik europäische Preise zu zahlen. Die Rechteinhaber der Musik (Plattenlables) wollen natürlich nicht die Rechte der Musik an die Chinesen für diesen niedrigen Preis rausgeben. Als Folge davon wird europäische Musik in den meisten Fällen in China gar nicht vertrieben und man kann sie, wie Freddy mir erklärte, nur auf dem Schwarzmarkt oder im Internet erstehen. Daher ist der Bekanntheitsgrad europäischer Bands meist sehr gering, so dass es sich für viele Künstler nicht lohnt einen Gig in Peking oder Shanghai zu spielen. Aus diesem Grund werden die europäischen Bands, die ein Konzert in China geben um so mehr gefeiert.

[caption id="attachment_111" align="alignright" width="150" caption="Wörterbuch"]Wörterbuch[/caption]

Ich habe noch nie ein so aktives Publikum gesehen. Auch Stratovarius selbst waren gut auf das Konzert vorbereitet. Neben der aus 16 Tracks bestehenden Setliste waren auf dem Boden der Bühne ein paar chinesische Vokabeln zusammen mit ihrerer finnischen Aussprache geklebt.

Painkiller Magazin

[caption id="attachment_98" align="alignleft" width="150" caption="René & Freddy"]rene_pickhardt_freddy_painkiller[/caption]

Das Painkillermag als wichtigster Medienpartner für Heavy Metal Konzerte in Peking war natürlich auch mit seinen Mitarbeitern vertreten. Freddy einer der Chefredakteure hat mich nach dem Konzert in seinem Chevy nach Hause gefahren. Er hat diesen Wagen ganz neu und war noch recht vorsichtig unterwegs. Freddy ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Er hat Journalismus in Sichuan studiert. Spricht fließend british English und war dabei noch nie im Ausland. Nach eigener Aussage hat er sein Englisch von seiner Mutter und aus Filmen gelernt. Er kennt sich außergewöhnlich gut in der europäischen und deutschen Metalszene aus, als wäre er dort aufgewachsen. Zu seinen Lieblingsbands zählen übrigens Slayer, AC/DC und Motörhead. Am Ende des Abens habe ich ihm noch eine CD von den Apokalyptischen Reitern geschenkt, er hingegen wollte mich noch auf seine Hochzeit am 19. September einladen. Ein Erlebnis auf das ich mich hier ganz besonders freuen würde.

Ich freue mich über eure Gedanken und Anregungen in den Kommentaren zu diesem Konzertbericht und werde bei dem nächsten Mal gerne auf eure Wünsche eingehen.

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Meine ersten Eindrücke vom Pekinger Nachtleben sind durchwachsen. Das liegt vermutlich daran, dass ich noch gar nicht richtig die Gelegenheit hatte, etwas zu unternehmen. Entweder kam Jetlag dazwischen oder der Taxifahrer brauchte stundenlang um das D22, eine der angesagten Rockkneipen mit Livemusik in Peking, zu finden. Das D22 ist eine richtig Gemütliche Rockbar, die ich das nächste Mal fotographieren werde und in der ich viel Zeit verbringen werde, da sie einfach ein sehr gemütliches Ambiente liefert.

Um so mehr freue ich mich auf das Stratovarius-Konzert, im Mao Live House am Sonntag abend. Für das Konzert bin ich mit Freddy vom Painkillermag, dem chinesischen Metal-Hammer, verabredet.

Ansonsten sind die Ausgehpreise etwas billiger als in Deutschland, aber zumindest die Ecken die wir bisher gesehen haben, bei denen auch viele Ausländer sind, waren nicht signifikant günstiger. Hier ein Paar Eindrücke von unserem Besuch bei Hai Hou

Gallery "Ein Abend in Hai hou Peking" is currently not (yet) available...
Hai Hou ist ein Viertel um einen See in Peking. Hier wimmelt es von Menschen, die bei gutem Wetter am See spazieren gehen. Rund um den See sind viele Kneipen platziert und die von mir getauften Barschreier probieren Gäste für ihre Kneipen zu werben.

Was ich aber beeindruckend finde ist die Tatsache, dass in den Pekinger Bars fast immer Livemusik angeboten wird. Das macht den Besuch einer Bar in Peking viel angenehmer als in Deutschland.

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Klavier, Gitarre & Musikinstrumente

Monday, September 21st, 2009

Musikinstrumente kauft man im Musikerviertel

[caption id="attachment_315" align="alignleft" width="150" caption="Chinesischer Musiker"]Chinesischer Musiker[/caption]

Wer meint, das eine Stadt mit 15 Millionenen Einwohner wie Peking auch Instrumentebauer und Musikläden haben sollte, irrt keines Wegs. Wer aber glaubt dass diese Läden gut über die Stadt verteilt sind, damit es in jedem District ein oder 2 Läden gibt, der irrt sich gewaltig. In Peking gibt es eine Straße Namens Xinjiekou nan Dajie (新接口南大街) Dort findet man auf einem Abschnitt von ca. 200 Meter Länge alles was die Herzen eines Musikers höher schlagen lässt.

xinjiekou

Im Xicheng District findet man im südlichen Teil die Xin jiekou South Street. Hier findet man klassische, traditionelle chinesische Musikinstrumente, Schlagzeuge (arkustisch und elektrisch), Gitarren, Flöten, Geigen, Bratschen, Geigenbögen (sowie sämtliches Zubehör für Instrumente) und natürlich auch Pianos und Klaviere.

[caption id="attachment_318" align="alignright" width="150" caption="Überfüllter Instrumente laden"]Überfüllter Instrumente laden[/caption]

Aber xinjiekou ist mehr als nur eine Ansammlung von Instrumentebauern und Verkäufen. Es ist neben der Beijing Oper das musikalische Zentrum Beijings. Hier treffen sich Musiker zum Üben in den Läden und auf den Straßen. Hier wird man über kommende Konzerte informiert. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass man hier auch problemlos Mitmusiker für eine Band finden kann.

Preise / Kosten / Wissenswertes

Obwohl sich in xinjieku für jedes Instrument mindestens 4-5 Händler befinden scheint es keinen großen Konkurrenzkampf zu geben. Die Produktpalate reicht von Einsteigerqualität zu guter Qualität für fortgeschrittene Musiker. Aller Klavierläden hatten im wesentlichen die gleichen Klaviere in ihrem Sortiment. Es scheint als würde es exakt einen Großhändler geben, der alle Läden beliefert.

[caption id="attachment_317" align="alignleft" width="150" caption="Musikinstrumente Geschäft"]Musikinstrumente Geschäft[/caption]

Die Preise sind jedoch trotzdem günstig. Christoph Yew und ich haben uns zusammen ein Casio-PX-120 zugelegt. Das ist ein Mittelklasse E-Piano für das man in Deutschland mit allem Zubehör schon mal schnell 800-1000 Euro auf den Tisch legen darf. In xinjiekuo haben wir dafür 270 Euro bezahlt. Somit darf ich mich jetzt stolz Besitzer eines halben E-Pianos nennen und hoffe, dass ich hier mein Pianospielen wieder konsequent aufnehmen und verfolgen kann. Es ist eben doch schöner, wenn man auch selbst musizieren kann.

Transport des Instruments

Der Transport der Instrumente ist auch völlig unproblematisch und lässt sich am besten mit einem Taxi lösen. Sollte das instrument nicht ganz in das Taxi passen, so wie in unserem Fall, dann ist das auch kein Problem. Man kann es ja einfach ein bisschen rausgucken lassen.

Joyside (Punk Rock) Break up

Thursday, September 17th, 2009

[caption id="attachment_253" align="alignleft" width="150" caption="Joyside rocken das Mao Live house"]Joyside rocken das Mao Live house[/caption]Am Wochenende stand mal wieder Chinesischer Rock auf dem Programm. Die Punk Rock Band heißt Joyside. Ich mag deren Stil eigentlich nicht so gerne, doch da es vermutlich die bekannteste Pekinger Underground Band ist, wollte ich mir meine finale Meinung bei einem Live Konzert bilden. Der Eintritt sollte zwischen 5 und 6 Euro kosten. Also machten wir uns wieder ein Mal auf den Weg zum Mao Live House

Joyside - Abschlusskonzert - Bandauflösung - Hintergründe

Die Band hatte zuvor angekündigt, dass es sich bei dem Konzert am 12. September im Mao Live houseum ihr Abschluss Gig handelt. Nach eigener Angabe hat die Band sich nie auflösen wollen, sah sich aber dazu gezwungen, da sie zu viele hässliche Sachen in der Pekinger Rockszene gesehen hat. Joyside habe keine Lust auf den ganzen “Bullshit” und möchte einfach nur Musik machen. Joyside wurde von der Musikindustrie in eine Position gebracht, in der sie mit dem “Bullshit” umgehen müssten und das mache die Band mental und physisch kaputt.[caption id="attachment_252" align="alignright" width="150" caption="Moshpit beim Joyside Konzert"]Moshpit beim Joyside Konzert[/caption] Die Band um Gründer und FrontmanBian Yuan 边远 ist stolz, dass sie sich nie für jemanden verbogen hat und einfach hoch qualitative Musik abgeliefert hat. Das sei auch das einzige, was die Band interessiere. In einer Welt mit ihrer Musik zu leben.

Joyside heizen mit Rock und Punk die Chinesen ein

Bei dem restlos ausverkauften Konzert herrscht bei gefühlten 40 Grad im Mao live house eine großartige Stimmung. Von Trauer über die Auflösung ist bei den Joyside Fans nichts zu spüren. Die Jungs von Joyside sind mit 100% Einsatz, viel Kippen und Alkohol auf der Bühne und liefern eine grandiose Show ab. Anbei ein Auszug aus einem Konzertbericht von einer Freundin, die mit auf dem Konzert war aber zunächst unsicher war, ob sie das wirklich mitmachen will

Joyside Review (Konzertbericht)

[caption id="attachment_247" align="alignleft" width="150" caption="Bian Yuan (边远) nass geschwitzt beim Rocken"]Bian Yuan (边远) nass geschwitzt beim Rocken[/caption]“…Konzertbeginn war für halb 10 angesagt und als wir um 10 ankamen war es auch schon losgegangen und die Leute direkt vor uns haben leider die offiziell letzten Tickets bekommen. Nach ein paar Diskussionen (“We came from Germany to see this band!!”) ging es aber doch noch rein in den Konzertsaal, der voll war mit kleinen Chinesen und großen Europäern, alle schwitzten unglaublich und auch unsere Haare waren bei den Temperaturen nach ein paar Minuten nass. Wir haben uns dann auch direkt ins Getümmel gestürzt und es folgte eine Stunde Abgehen zu feinster Punkrockmusik im Stile der 60er bzw. 70er Jahre.

Der Sänger (Bian Yuan 边远) entsprach einer asiatischen Version von Mick Jagger (und sah auch aus, als ob er sich dementsprechend hätte operieren lassen…) und in Punkto Stilikone stand er ihm auch in nichts nach: ein weißes Hemd mit schwarzen Punkten, ein Hut, Kostümwechsel gegen Ende des Konzerts und in der linken Hand stets Zigarette oder Schnapsflasche. Was man nicht alles tut für ein Rockstar-Image. [caption id="attachment_250" align="alignright" width="150" caption="Joyside Gruppies"]Joyside Gruppies[/caption] In der ersten Reihe quetschten sich auch ein paar Groupiemädels, aber die Mehrheit der Leute schien dazusein, um ein letztes Mal diese legendäre Band live zu sehen. Texte waren auf Englisch, nicht sehr tiefgründig, dafür laut und mit ordentlich Geschrammel dahinter; die Musik war eine Mischung aus Rolling Stones, Ramones und Libertines. Das Publikum war recht gemischt, gestylte und alternative Chinesen, aber auch viele Ausländer, die zusammen abgegangen sind. Wir Mädels sind bzw. wurden auch ordentlich herumgehüpft, aber hier braucht man sich auf Grund der geringen Körpergröße der Chinesen wohl keine Sorgen zu machen[...] Kurz, es war wirklich großartig, 100% mein Musikgeschmack, gern mehr von der Sorte, und es ist schade dass sich die Band auflöst.” by Johanna Reinkemeier

The last party for the endless songs - Setliste

Für alle Fans noch die Setliste von dem Schlusskonzert. nach dem 17. Song gab es die erste Zugabe, nach dem 20. die zweite.

  1. I dont’t care about your Society
  2. I wanna piss around you
  3. All Night
  4. silly girl
  5. nobody’s lover
  6. he’s dead
  7. out of time
  8. Your city is a desert to me
  9. shejing
  10. run
  11. she doesn’t wand me anymore
  12. sunday morning
  13. nervous
  14. lover-D
  15. fire
  16. maybe tonight
  17. 20th century boy
  18. spy
  19. russian roulette
  20. dong dong dong
  21. good night
  22. sister lunatic
  23. do you love me?

Stratovarius im Mao Live House in Beijing

Tuesday, September 8th, 2009

[caption id="attachment_113" align="alignleft" width="150" caption="Sogar in China kennt man Black Metal"]Sogar in China kennt man Black Metal[/caption]

Konzerte in China sind das absolute Gegenteil von allem was man in Deutschland kennt und gewohnt ist. Eine Ähnlichkeit gibt es jedoch. Die Besucher tragen fast alle Merchandise von europäischen und amerikanischen Bands, so habe ich von Norther über Blind Guardian und Iron Maiden bis hin zu Blackmetal T-Shirts alles gesehen.

Frosty Eve heizen das Publikum ein

[caption id="attachment_105" align="alignright" width="150" caption="Frosty Eve heizen die Fans ein"]Frosty Eve heizen die Fans ein[/caption]

Das Plattenlabel Mort Productions welches gute Kontakte zum Mao Live House pflegt war in der Lage die Vorband Frosty Eve als Support zu platzieren. Es hat lange gedauert, bis ich den Namen dieser Band herausfinden konnte. Für Frosty Eve die einen ähnlichen Stil wie Children of Bodom haben und technisch brilliant sind, interessierte sich nämlich außer mir anscheind niemand auf dem Konzert. Zwar hat das Publikum Stimmung gemacht aber mehr auch nicht.

Merchandise und VIP Tickets

[caption id="attachment_96" align="alignleft" width="150" caption="Merchandise Stand von Stratovarius im Mao Live House"]Merchandise Stand von Stratovarius im Mao Live House[/caption]

Bei Konzerten in China wird scheinbar kein Merchandise verkauft. Zwar gab es einen Merchstand von Stratovarius, aber dieser entsprach eher einem Campingtisch, an dem 5 CDs und 3 T-Shirts lagen. Auch hier hatte ich keine Chance den Namen von Frosty Eve herauszufinden.

[caption id="attachment_120" align="alignright" width="150" caption="Meet & Greet mit Stratovarius"]Meet & Greet mit Stratovarius[/caption]

Womit in China bei Konzerten allerdings Geld verdient wird sind die VIP-Tickets. Das normale Ticket hat im VVK 18 Euo gekostet. Wer 50 Euro gelöhnt hat, durfte sich Besitzer eines VIP-Tickets nennen. Hierfür bekommt man folgende extra Leistung. Man erhält ein DIN A3 Tourposter der Band und darf nach dem Konzert, sobald die Band wieder Lust hat Menschen zu sehen, zum Meet and Greet. Hier wird das Poster von der Band unterschrieben und man darf noch ein gemeinsames Foto mit der Band machen.

Von den ca. 600 Gästen haben etwa 30 den VIP Deal gebucht.

Das Mao Live House

[caption id="attachment_103" align="alignleft" width="150" caption="Barbereich des Mao Live House"]Barbereich des Mao Live House[/caption]

Das Mao Live House gilt als der beste Live Club in Peking. Zumindest hat der Club für seine Anlage eine Auszeichnung gewonnen. Seit dem machen auch viele internationale Acts einen Stopp in Peking, um ihre Instrumente zu bedienen. Der Club ist etwas kleiner als die Battschkapp in Frankfurt. Die Preise für Getränken fangen bei 2 Euro für ein großes Bier an und enden bei 4 Euro für einen großen Cotail. Das sind die gängigen Pekinger Barpreise. Ob die Anlage des Live Club wirklich so gut ist kann ich bislang nicht beurteilen. Der Mann am Mischpult war beim Soundcheck nur noch am Fluchen und er hatte keine Chance mit den Leuten der Bühne zu komunizieren, da nicht Mal ein Micro vom Sound auf die Monitore gelegt war. Bei dem Gig selbst fand ich den Sound jedoch grandios.

Stratovarius und die Fans

Stratovarius, die sich gerade auf der Polaris Asia Tour befinden und deren Stil ich eigentlich nicht so gerne mag, haben bei dem chinesischen Ambiente live derb das Haus gerockt. Wer das nicht glauben will kann sich gerne dieses Video anschauen:

Für eine CD einer Chinesischen Band zahlt man in China etwa 3 Euro. Somit ist kein Chinese bereit für europäische Musik europäische Preise zu zahlen. Die Rechteinhaber der Musik (Plattenlables) wollen natürlich nicht die Rechte der Musik an die Chinesen für diesen niedrigen Preis rausgeben. Als Folge davon wird europäische Musik in den meisten Fällen in China gar nicht vertrieben und man kann sie, wie Freddy mir erklärte, nur auf dem Schwarzmarkt oder im Internet erstehen. Daher ist der Bekanntheitsgrad europäischer Bands meist sehr gering, so dass es sich für viele Künstler nicht lohnt einen Gig in Peking oder Shanghai zu spielen. Aus diesem Grund werden die europäischen Bands, die ein Konzert in China geben um so mehr gefeiert.

[caption id="attachment_111" align="alignright" width="150" caption="Wörterbuch"]Wörterbuch[/caption]

Ich habe noch nie ein so aktives Publikum gesehen. Auch Stratovarius selbst waren gut auf das Konzert vorbereitet. Neben der aus 16 Tracks bestehenden Setliste waren auf dem Boden der Bühne ein paar chinesische Vokabeln zusammen mit ihrerer finnischen Aussprache geklebt.

Painkiller Magazin

[caption id="attachment_98" align="alignleft" width="150" caption="René & Freddy"]rene_pickhardt_freddy_painkiller[/caption]

Das Painkillermag als wichtigster Medienpartner für Heavy Metal Konzerte in Peking war natürlich auch mit seinen Mitarbeitern vertreten. Freddy einer der Chefredakteure hat mich nach dem Konzert in seinem Chevy nach Hause gefahren. Er hat diesen Wagen ganz neu und war noch recht vorsichtig unterwegs. Freddy ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Er hat Journalismus in Sichuan studiert. Spricht fließend british English und war dabei noch nie im Ausland. Nach eigener Aussage hat er sein Englisch von seiner Mutter und aus Filmen gelernt. Er kennt sich außergewöhnlich gut in der europäischen und deutschen Metalszene aus, als wäre er dort aufgewachsen. Zu seinen Lieblingsbands zählen übrigens Slayer, AC/DC und Motörhead. Am Ende des Abens habe ich ihm noch eine CD von den Apokalyptischen Reitern geschenkt, er hingegen wollte mich noch auf seine Hochzeit am 19. September einladen. Ein Erlebnis auf das ich mich hier ganz besonders freuen würde.

Ich freue mich über eure Gedanken und Anregungen in den Kommentaren zu diesem Konzertbericht und werde bei dem nächsten Mal gerne auf eure Wünsche eingehen.

Erste Eindrücke Nachtleben in Peking

Thursday, September 3rd, 2009

Meine ersten Eindrücke vom Pekinger Nachtleben sind durchwachsen. Das liegt vermutlich daran, dass ich noch gar nicht richtig die Gelegenheit hatte, etwas zu unternehmen. Entweder kam Jetlag dazwischen oder der Taxifahrer brauchte stundenlang um das D22, eine der angesagten Rockkneipen mit Livemusik in Peking, zu finden. Das D22 ist eine richtig Gemütliche Rockbar, die ich das nächste Mal fotographieren werde und in der ich viel Zeit verbringen werde, da sie einfach ein sehr gemütliches Ambiente liefert.

Um so mehr freue ich mich auf das Stratovarius-Konzert, im Mao Live House am Sonntag abend. Für das Konzert bin ich mit Freddy vom Painkillermag, dem chinesischen Metal-Hammer, verabredet.

Ansonsten sind die Ausgehpreise etwas billiger als in Deutschland, aber zumindest die Ecken die wir bisher gesehen haben, bei denen auch viele Ausländer sind, waren nicht signifikant günstiger. Hier ein Paar Eindrücke von unserem Besuch bei Hai Hou

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Hai Hou ist ein Viertel um einen See in Peking. Hier wimmelt es von Menschen, die bei gutem Wetter am See spazieren gehen. Rund um den See sind viele Kneipen platziert und die von mir getauften Barschreier probieren Gäste für ihre Kneipen zu werben.

Was ich aber beeindruckend finde ist die Tatsache, dass in den Pekinger Bars fast immer Livemusik angeboten wird. Das macht den Besuch einer Bar in Peking viel angenehmer als in Deutschland.

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