Noch ein China Blog

am 12. October 2010 von Rene-Pickhardt

Alle guten Dinge sind ja bekanntlich zwei. Deswegen findet ihr auch unter China News Blog ab sofort meinen zweiten China Blog. Jetzt mag sich der ein oder andere fragen, warum ein zweiter China Blog, wenn doch der erste noch gar nicht regelmäßig geführt wird? Nun der zweite China blog ist ein Projekt von 2 Freunden und mir und hat einen weniger privaten Ansatz, sondern soll helfen das China bild in Deutschland auch von ein paar anderen Seiten zu beleuchten. Für den zweiten Blog werde ich keine Artikel schreiben (das überlasse ich Journalisten und Sinologen) Ich bin lediglich für das Webdesign und online Marketing zuständig.

Wer also mehr über China lernen will sollte demnächst öfter bei: http://www.china-news-blog.com reinschauen.

in Rene @ China

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Beförderung zum Projekt Manager

am 8. September 2010 von Rene-Pickhardt

Vorgestern nochPraktikant und jetzt Projektleiter. Bei meinem Praktikum habe ich nach 3 Wochen meine erste Beförderung erhalten und bin jetzt Projektleiter. Was heißt das genau? Ich darf jetzt bei der Geschäftsführung Projekte beantragen, die ich planen und durchführen muss. Diese Projekte durfen sowohl Geld kosten als auch die Arbeitskraft der anderen Mitarbeiter einfordern.

Wie konnte es dazu kommen?

Nachdem ich bei meinem Arbeitgeber (einem Chinesischen Onlineshop für Babyprodukte) recht schnell gemerkt habe, dass die Deutschen in Punkte e-Commerce und Onlinemarketing (insbesondere Suchmaschinenoptimierung) noch weit vor den Chinesen sind habe ich beschlossen Mal ein Paar Punkte anzusprechen, die man meiner Meinung nach in dieser Firma verbessern könnte. Hierauf wurde mir geraten eine Präsentation vor der Geschäftsführung zu halten in der ich alles zusammenfasse und mögliche Wege aufzeige. Gesagt getan. Eine Woche Vorbereitungszeit wurden von mir optimal genutzt und ich habe einn kleinen Powerpointvortrag ausgearbeitet.

In dieser Woche musste ich mit jedem einzelnen Geschäftsführer - ganz im Chinesischen Stil - essen gehen. Man will einander ja kennen lernen. Letzten Sonntag habe ich sogar ganze 9 Stunden mit dem Gründer der 200 Mann starken Firma verbracht. Ich habe seine Eltern und seine beiden Kinder (ja zwei Kinder!) kennengelernt. Wir haben uns über unsere Arbeitsphilosophie und Ziele im Leben unterhalten. Was ich in China beeindruckend finde ist die Tatsache, dass man einem Praktikanten so viel Verantwortung gibt, wenn er danach fragt. Ich bin mir sicher, dass die Verantwortung wenn man keine Ergebnisse produziert auch genauso schnell wieder weg ist. Aus diesem Grund werden die nächsten Wochen sicherlich besonders spannend. Mein erstes Projekt das ich mir vorgenommen habe ist das Direktmarketing der Firma also die Emailkampagnen zu verbessern. Bislang bekommen alle Kunden ein Mal im Monat die gleiche Email. Ich denke mit ein bisschen Künstlicher Intelligenz, kann man die Newsletter sehr schön auf die Kunden personalisieren und dadurch eine Höre Conversionrate erzielen. Die Kosten und der Aufwand für ein solches Projekt sind im Vergleich zum erwarteten Nutzen gering.

Ich freue mich auf eine spannende Zeit bei 母婴之家 und bin gespannt darauf, ob ich wirklich aus meinen ganzen Metalcon Erfahrungen etwas gelernt habe und ob ich der Firma wirklich von nutzen sein werde.

in Arbeiten in China

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Sir! Picture Sir! Sir Photo!

am 4. September 2010 von Rene-Pickhardt

Hält man sich an den touristischen Orten in China auf wie zum Beispiel der Terrakottaarmee in Xian den Reisterrassen am Drachenrücken oder aber einfach bei einer Bootsfahrt über den Lifluss in Yangshuo so wird man schon gerne mal von Chinesen mit einem “Sir! Picture Sir! Sir Photo!” begrüßt. Wie kommt es dazu? Nun China ist ja bekanntlich eine Zweiklassen Gesellschaft.

1. Es gibt die gut gebildeten Chinesen in den Städten im Osten. Diese sind oft schon relativ internationalisiert und haben schon öfter mal einen Ausländer gesehen.
2. Dann gibt es aber die Chinesen vom Land. Aufgrund der noch nicht zu Ende ausgebauten Logistik in den ländlicheren Gegenden, durfte der Bewegungshorizont von diesen Chinesen wohl kaum mehr als 30 km Entfernung von der Heimat sein.

Da sich Ausländer auch so gut wie nie in die wirklich kleinen Dörfer verirren (wie auch?), haben die Chinesen dort einfach noch nie einen Westler gesehen und sind total beeindruckt, wenn sie bei ihrem Urlaub auf den sie vermutlich sehr lange gespart haben auch noch einen so großen Riesen sehen können. Zu erst kommen immer verstohlene Blicke doch der ein oder andere Chinese nimmt seinen kompletten Mut zusammen und spricht das fremde Ungeheuer mit einem “Sir? Picture Sir? Sir Photo!” an. Manchmal verstohlen, manchmal offensiv.

Bei meiner Reise nach Datong (von der ich noch gesondert berichten werde), lief mir eine relativ große Familie über den Weg, die mich schon eine Zeit lang beobachtet hatte. Ich gab meinen reiskumpanen meine eigene Kamera mit dem Hinweis, dass es gleich lustig wird. Es dauerte keine Minute, bis die obligatorische Frage: “Sir! Picture Sir! Sir Photo?” kam. Die folgenden Fotos sind dann mit viel Staunen, Freude und lachen innerhalb von ein bis zwei Minuten entstanden.

Was sind euere Erfahrungen mit Fotoshootings in China?

in Tourismus

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Painkiller Germany Special

am 1. September 2010 von Rene-Pickhardt

Chinas größtes Heavy Metal Magazin veröffentlichte diesen Monat seine Ausgabe mit einem Deutschland special. In diesem wurden auf jeweils zwei Doppelseite über In Legend und Van Canto berichtet. Ich mache ja ungerne Fremdwerbung in meinem Blog, doch in diesem Fall hatte ich auch die Finger mit im Spiel.

Nachdem ich über den ehemaligen DAAD Stipendiaten Bastian Emig nicht nur auf mein aktuelles Stipendienprogramm aufmerksam gemacht worden bin, sondern durch ihn auch noch die Macher des Painkillermag kennengelernt habe konnte ich mich bei diesen dafür einsetzen, den Deutsch Chinesischen Kulturaustausch voranzutreiben. Im Aprill 2010 habe ich also 2 Mal 50 CDs chinesischer Metalbands nach Deutschland gebracht habe, die von www.musikreviews.de besprochen worden sind. Nun hat das Painkillermag sein Versprechen wahr gemacht und im Gegenzug sein Deutschlandspecial veröffentlicht.

Nachdem ich den Redakteur Freddy zur Metalcongeburtstagsparty eingeladen habe (inklusive Flugkosten!) konnte er Van Canto kennenlernen. Auf Grund der Sprachbarrieren habe ich das Interview mit Van geführt und es dann übersetzt. Und auch an der Präsenz von dem In Legend Artikel war ich nicht ganz unbeteiligt. So habe ich Freddy die Bandbiographie zukommen lassen, bevor unsere Website überhaupt online war.
Wenn euch nun interessiert, wie so ein Artikel auf chinesisch aussieht, ich habe ein paar Fotos angehängt.

van-canto-china

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in Heavy Metal

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In Legend Rapidshare

am 1. September 2010 von Rene-Pickhardt

Ein weiterer Grund, weswegen ich in der letzten Zeit leider wenig von China und Peking mitbekommen bzw. berichtet habe, ist die Tatsache, dass ich gemeinsam mit Robert die Website für In Legend programmiert habe. Hierbei haben wir probiert (Nachdem meine Bewerbung noch in Arbeit ist…) unser Knowhow was Suchmaschienen angeht ein weiteres mal einzusetzen.

Ziel ist es dieses mal nicht bei google zu arbeiten, sondern Filesharen zu vor zu kommen. Nachdem die neue Seite mittlerweile von Google indiziert wurde, kann ich einiges über den Erfolg sagen. Wenn in Zukunft jemand bei Google nach illegalen downloads von In Legend sucht, sollte er aber z.b mit diesem Suchstring “In Legend Rapidshare” von google eher die bandeigene Seite angezeigt bekommen auf der man das tatsächlich kostenlos und legal das Album Pandemonium downloaden kann.
Genauso funktionieren die Suchen nach Pandemonium Lyrics, Heya Lyrics, Prestinate Lyrics und The Healer Lyrics

Für alle die es noch mitbekommen haben: In Legend machen Piano Metal. Das heißt die Musik hat zwar Schlagzeug und Bass wie eine Metalband, lässt aber die Gitarren zu gunsten eines “agressiv, harmonisch” gespielten Pianos weg. Ich habe auch mal das von Robert geschnittene sehr sehenswerte In Legend Video verlinkt. Neben dem Piano, dass mit einem Hammer zerstört wird, finde ich vor allem die Mitschnitte von den Händen bei 2:15 - 2:19 echt genial!

in Heavy Metal

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SEO Präsentation ohne Vorbereitung beim Kunden

am 26. August 2010 von Rene-Pickhardt

Das Arbeiten in China ist ein bisschen anders als in Deuschland. Ich würde sagen etwas spontaner und unstrukturierter. Ich habe heute ein besonders spannendes Erlebnis gehabt, welches meiner Meinung nach die Herangehensweise der Chinesen ganz gut wiederspiegelt.

Wir sind zu einer Partnerwebsite gefahren. Mit dabei waren unser CEO, unser CTO, ein Mitarbeiter aus meiner Abteilung und ich. Im Vorfeld wurde mir gesagt, dass das Treffen nicht so wichtig ist und ich mich nicht vorbereiten müsste. Als ich fragte, warum ich dann dabei sei hieß es damit man mich kennen lernt. Ich wollte auch wissen worum es bei dem Treffen ginge? Die antwort war SEO = Suchmaschinenoptimierung. Das ist meine Aufgabe bei meinem chinesischen Arbeitgeber.

So weit so gut, doch nachdem ich gemeinsam mit meinen Chefs und Kollegen in das Meeting beim Kunden gekommen bin. Hat der CTO unserer Firma das Meeting begonnen. Er habe eine Agenda von zwei Punkten für das Meeting. Der erste Punkt sei der ca. 45 minutige Vortrag von unserem neuen Deutschen Mitarbeiter (gemeint war natürlich kein minderer als ich) über Suchmaschinenoptimierung von Google. Mein Kollege wollte meine Powerpoint Präsentation haben. Moment: was genau habe ich nicht mitbekommen? Ich soll einen 45 Minuten langen Vortrag auf Chinesisch über Suchmaschinenoptimierung bei unserem Kunden halten? Wieso war in meiner Firma niemand in der Lage mir vorher bescheid zu geben? Es ist ja nicht so, dass ich nicht noch gefragt hätte!
Der CEO war überrascht, dass ich nicht wusste, dass ich einen Vortrag halten sollte. Ich wurde leicht nervös, saßen voller erwartung ca. 25 Chinesische Mitarbeiter unseres Kundens an dem Tisch und wollten von mir erfahren, was es so zu tun gibt, wenn man gute Positionierungen bei Google erreichen möchte.

Nun ich habe mir ein Mal kurz klar gemacht, dass das doch genau der Grund war weswegen ich in das kalte Wasser gesprungen bin und in eine rein Chinesische Firma gegangen bin. Kulturelle Unterschiede Erfahrungen und Erlebnisse an denen man nur wachsen kann. Außerdem habe ich mir klar gemacht, dass ich überhaupt nichts verlieren kann, denn schlimmer als so konnte es eh nicht kommen. Ich wurde erstaunlich gelassen und sogar ein bisschen entspannt. Anhand meines Papers über SEO das ich gerade anfertige, habe ich mir eine kurze Struktur zurecht gelegt und freundlich lächelnd aus dem Stehgreif (auf chinesisch!!!) einen Vortrag über Suchmaschinenoptimierung gehalten. Anscheind werde ich schon langsam zum chinesen, dass ich so locker reagiert habe.

Trotzdem weiß ich immer noch nicht, was ich von der Aktion heute halten sollte. Ich sollte sicherlich nicht vorgeführt werden. DER CTO meinte danach auf mein Nachfragen auch, dass es doch mein Spezialwissen sei und ich natürlich im Stande sei sowas spontan zu machen. Ich habe mich auf gefragt, ob man mich vielleicht nicht sogar darauf vorbereitet hat und ich mit meinen Schwachen chinesischkenntnissen es einfach nicht verstanden habe. Doch das ganze halte ich für ausgeschlossen. Schließlich ist mein Chinesisch so weit, dass ich den Vortrag 45 Minuten lang halten konnte.

Wie dem auch sei: Heute bin ich sicherlich um eine Erfahrung reicher geworden und ich bin wirklich darauf gespannt, was ich bei meinem Job noch so an - aus unserer Deutschen Sicht - kuriositäten erleben darf. Die Entscheidung in eine Chinesische Firma zu gehen ist auf jeden Fall bislang absolut aufgegangen.

in Arbeiten in China

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Xi’an - Terrakotta Armee - Stadtmauer

am 26. August 2010 von Rene-Pickhardt

[caption id="attachment_767" align="alignleft" width="150" caption="Pyramide von Xian"]Pyramide von Xian am frühen Morgen auf dem Weg zur Terrakotta Armee[/caption]Nachdem wir Luoyang von morgens 5 bis abends 23 Uhr besichtigt haben (inklusive Eselfleisch Hotpot) ging es mit dem Hardsleeper über nacht weiter nach Xi’an. Wir sind bereits gegen 6 Uhr in der frühe angekommen. Das hat sich als besonders entspannt herausgestellt. Am Bahnhof waren zwar trotzdem schon Fremendenführer, die die Touristen abfangen wollten um uns einen Tripp zu den Terracotta Figuren für ca. 100 Yuan pro person zu verkaufen. Doch wir sind an diesen Leuten einfach vorbei gegangen und haben uns in einen der ofiziellen Busse zu der Terrakotta armee gesetzt. Auf dem Weg dort hin haben wir übrigens Pyramiden gesehen und uns gewundert, was das soll?

Die Terrakotta Armee

[caption id="attachment_786" align="alignright" width="150" caption="So sahen die Ausgrabungsstaedten wohl eher aus"]So sahen die Ausgrabungsstaedten wohl eher aus[/caption]Die fahrt dauerte ca. 1 Stunde und führte uns ein Stück außerhalb von Xi’an. Da unsere Nacht recht kurz war haben wir die gelegenheit genutzt und im Bus noch ein wenig geschlafen. Bei der Terracotta armee waren weder Chinesische noch westliche Touristen. Um diese Zeit ist da einfach noch nichts los. Das war verhältnis mäßig angenehm. Die Anlage um die 3 Hallen in denen die Figuren zu bestaunen sind ist sehr stark auf chinesischen Kitsch gemacht und es wird einem ähnlich wie an anderen bekannten Touristenspots probiert jeder scheißdreck zu verkaufen. Da wir die einzigen Gäste waren, haben die Angestellten ihre Arbeit noch ruhen lassen und so konnten wir auch bei herrlichem Sonnenschein zu den Figuren maschieren.

8. Weltwunder…

Die Terrakottaarmee selbst ist meiner Meinung nach keine Reise nach Xi’an wert. Obwohl wir durch unsere frühe Ankunft die Armee in einem recht ruhigen Umfeld antreffen konnten, fand ich die Armee überhaupt nicht beeindruckend. Um ehrlich zu sein, mich würde es nicht im geringsten wundern, wenn diese Armee gar nicht so alt ist wie es immer heißt, sondern einfach in guter Handarbeit vor 40 Jahren pünktlich zur öffnungspolitik als das 8. Weltwunder erschaffen worden ist. Das ist übrigens das lustigste an den Terracotta figuren. Sie werden in den Ausstellungenhallen als das 8. Weltwunder bezeichnet. Mal angenommen, die Sammlung ist echt und wirklich so alt, dann könnte man das tatsächlich als ein Wunder bezeichnen. Doch würde ich behaupten, dass die Weltwunder aus einer anderen Zeit und einem anderen Kulturkreis kommen. Etwas Chinesisches dorthin einzureihen zeugt meiner Meinung nach von einem sehr hohen Maß an dreistigkeit und Unverständnis. Mal im Ernst, die Franzosen haben auch nicht angefangen den Eifelturm plötzlich bei den Weltwundern mit einzureihen.

Stadtmauer von Xi’an

[caption id="attachment_794" align="alignleft" width="150" caption="eine Improvisierte Tischtennisplatte mit Steinnetz"]eine Improvisierte Tischtennisplatte mit Steinnetz[/caption]Nach unserem Besuch bei der Terrakotta Armee, der übrigens doch noch mit dem üblichen Tourigenerv endete (es wurde während unseres Aufenthalts ja schließlich später und entsprechend voller) macht wir uns auf um Xi’an zu erkunden. Clemens hatte den Tipp bekommen, dass dies am besten von der alten Stadtmauer aus geht. Alter Schwede! Das ist mal eine Mauer! Während die bekannte Große Mauer bei Badaling und anderen Orten neu gebaut bzw. restauriert ist, kann man in Xi’an, dass noch nie wirklich einen Krieg oder ähnliches erlbt hat eine 2000 Jahre alte Stadtmauer bestaunen, die ausnahmsweise mal nicht von der Regierung abgerissen worden ist, sondern komplett mitten in dem sich wandelnden Stadtbild erhalten ist. Die Mauer ist in etwa Quadratisch und hat einen Umfang von ca. 15 Kilometern. Sie ist bestimmt 15 Meter hoch und in etwa genauso breit und aus Stein gebaut. Das schönste ist, dass man die Mauer besteigen kann und sie ein Mal komplett umwandern kann. Dies geht übrigens auch mit Fahrrädern und Tandems.
[caption id="attachment_799" align="aligncenter" width="800" caption="Stadtmauer von Xian versinkt unter den Plattenbauten"]Stadtmauer von Xian versinkt unter den Plattenbauten[/caption]Da Clemens schon ein Mal in Xi’an war und sich damals ein Fahrrad gemietet hat bat er mich darum, dass wir nur ein Viertel der Stadmauer anschauen und dafür gemütlich laufen. Ich war einverstanden. Die 2 Stunden die wir mit vielen Pausen zum Fotographieren auf der Stadtmauer entlangliefen waren äußerst spannend. Von der hohen Stadtmauer konnte man sich in der Tat einen guten überblick über die gewaltige Stadt machen. Man sah auch sehr beeindruckend die ganzen Baustellen, an denen mächtige Hochhausanlagen entweder zum wohnen oder als Büroflächen hochgezoen werden.

Buddhistisches Viertel

[caption id="attachment_792" align="alignright" width="150" caption="buddhistischer Tempel in Xian"]buddhistischer Tempel in Xian[/caption]Nachem wir die Stadtmauer besichtigt haben, ging es in ein Buddhistisches Viertel. Hier konnten wir über einen Markt wandern und uns einfach von dem Leben in den Gassen treiben lassen. Fremdartiges (aber sehr leckeres), süßes Gebäck essen und uns bei einem für china so typischen Nudelsüppchen (niu rou mian) stärken.
Überschattet wurde unser Tripp durch dieses viertel eigentlich nur durch meine Blasen, die ich mir auf der Stadtmauer zugezogen habe. Doch wir schafften es tatsächlich in einer Drogerie Blasenpflaster, die wie sich später herausstellte, kaum helfen sollten, zu erstehen. Das Problem war nun, dass man Blasenpflaster auf trockene und frisch gereinigte Füße auftragen soll. Just in dem Moment als Clemens und ich diskutierten, was zu tun sei wurden wir von einem Bewohner Xi’ans angesprochen, er wolle mit uns Ausländern sein Englisch üben. Eine Situation die man in China ja häufiger erlebt und eigentlich fast immer abtut. Aber in dem Fall meinte ich ganz lässig, wenn er mir einen Platz besorgen kann an dem ich meine Füße verpflegen kann unterhalte ich mich gerne so lange mit ihm auf Englisch. Clemens war empört. Der Bewohner aus Xi’an brachte uns zum nächsten Krankenhaus in das wir einfach reinmaschierten in den öffentlichen Duschen uns säuberten und danach die Blasenpflaster verarbeiteten. Der junge mann war leider ein bisschen anhänglich und nervig und probierte uns allerlei Sachen zu verkaufen, die er in seiner riesen Tasche zufälligerweise mit sich trug. Clemens verfluchte mich schon innerlich, da er befürchtete diesen Chinesen nie wieder loszuwerden. Ich im Gegenzug fand unser erlebnis ziemlich spannend und war froh, mich um meine Füße gekümmert zu haben.

Tatsächlich stelle es sich heraus, dass der Chinese nachdem er uns geholfen hatte und wir ihm nichts abkaufen wollte, sich von ganz alleine aus dem Staub machte. Clemens und ich waren jetzt selbst von der bis dato spannenden, schönen aber auch ansträngenden Reise erschöpft und haben beschlossen, dass wir uns ein langes gutes Abendessen gönnen um mit dem nächsten Zug nach Chengdu weiterfahren zu können.

in Zentralchina Reise

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1 Euro Stundenlohn (kein 1 Euro Job)

am 25. August 2010 von Rene-Pickhardt

Nein 1 Euro Stundenlohn ist nicht das was die Chinesen verdienen. Wobei mir bei genauerem nachdenken einige Jobs einfallen (z.B. Kellner) wo das Gehalt in einer ähnlichen Größenordnung liegen durfte.

Doch in diesem Fall ist es der Lohn den ich mindestens bekommen muss, damit meine heutige Invstition einen positiven Erwartungswert hat. Durch mein neues chinesisches Fahrrad spare ich nun täglich auf dem Weg zur Arbeit und zurück mindestens 20 Minuten Zeit. Da ich plane mindestens 6 Monate in Shanghai zu wohnen könnt ihr euch selbst ausrechnen wieviel Zeit ich dadurch spare. Der kaufpreis geteilt durch die eingesparte Zeit gibt den mindestens Stundenlohn den ich erreichen muss.

Natürlich ist bei dieser Rechnung nicht bedacht worden, dass Fahrradfahren gesund ist und ich das Fahrrad auch in anderen Situationen z.B abends beim weggehen verwendet werden kann. Da mein Stundenlohn aber bei ca. 9 Euro liegt, habe ich bei dieser Investition wohl einen Gewinn von 8 Euro pro ersparter Stunde gemacht!
(Wahnsinn, dafür habe ich studiert! Als Schüler gab es bereits 12,50 Euro / Stunde. Da ist doch irgendetwas schief gelaufen während der letzten 6 Jahre)

Wie dem auch sei: Ich freue mich über mein chinesisches Fahrrad ohne Gangschaltung aber dafür mit Körbchen, Schloss und einer extra für große Westler verlängerten Sattelstange! Hoffentlich gibt es demnächst auch ein Foto von dem Gefährt.

Falls ihr euch übrigens wundert, dass ich wieder blogge: Ja ich war schon die ganze Zeit etwas sauer, weil ich meinen China Blog so vernachlässigt habe. Ich habe vor ca. 15 Artikel aus dem letzten halben Jahr nach zu reichen. Darüber hinaus werde ich während der nächsten Wochenenden (so lange das Wetter noch mitspielt) versuchen Zhejiang, Anhui und Jiangsu unsicher zu machen und versuchen in dem Blog davon zu berichten. Immerhin gilt Zhejiang als die schönste Gegend im Osten von China.

in Rene @ China

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Doppelt verglaste Fenster in Shanghai - Klimaschutz in China

am 24. August 2010 von Rene-Pickhardt

Ich bin in Shanghai in meiner neuen Wohnung angekommen. Sie ist im obersten Geschoss eines 6 Stöckigen Hauses (ohne Aufzug!) in dem Stadtteil Jingan der nach dem Jingantempel (静安寺 - Jingansi) benannt ist. Wie alt das Haus genau ist kann ich nicht abschätzen, ich würde vermuten nicht älter als 15 Jahre. Was mich aber beindruckt hat ist, dass es gerade restauriert wird. Hierbei wurden die alten Fensterscheiben gegen doppelt verglaste Fenster ausgetauscht!

Klima Schutz in China

Den Chinesen wird ja oft vorgeworfen nach den USA der größte CO2 Sünder auf der Welt zu sein. Zu der Diskussion mag ich mich gar nicht äußern, möchte aber mal, nachdem in den Deutschen Medien konstant ein schlechtes Chinabild verbreitet wird, eine Lanze für die Chinesen brechen. Hier wird durchaus an verschiedenen Stellen auf den Klimaschutz geachtet! Zum Beispiel sind wir in Huhot einem dichtem Netz von Erdgas Tankstellen, die alle massiv genutzt wurden, begegnet.

Ob meine Vermieter die neuen Fenster jetzt aus liebe zur Umwelt, um Strom zu sparen oder einfach um keine so harten Winter zu erleben hat einbauen lassen, kann ich jetzt noch nicht sagen. Fakt ist aber es gibt doppelt verglaste Fenster in China und ich kann meine Hand dafür ins feuer Legen, dass sie auch von echt guter Qualität sind. Im heißen Sommer von Shanghai hat sich seit dem Einbau der Fenster mein Zimmer im Laufe des Tages nicht mehr so stark aufgeheizt!

Im Übrigen haben die meisten Deutschen Haushalte auch erst Thermostate für die Heizung bekommen, als auf Grund der Ölkriese die Heizkosten so teuer wurden, dass es nicht mehr so praktisch war mit dem Fenster die Hitze zu regulieren!

in Rene @ China

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Longmen Grotten (Luoyang ) - Unesco Weltkulturerbe

am 24. August 2010 von Rene-Pickhardt

Bei unserer Reise nach Luoyang haben wir natürlich auch die im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der Unesco anerkannten Longmen Grotten besichtigt. Da wir etwas viel Zeit im Shaolin Tempel verbracht haben, waren wir leider so spät, dass es sich nicht mehr rentiert hätte eine Eintrittskarte zu kaufen, um die Grotten und vor allem auch Buddhastatuen von nahmen zu bestaunen. Da die Longmengrotten aber vor dem Fluss liegen, konnten wir trotzdem ein wunderschönes Panorama während der Dämmerung genießen.

Als Reistipp für Luoyang kann man getrost sagen, dass man diese Millionenstadt innerhalb von einem Tag besichtigen kann. Es gibt kaum Sehenswürdigkeiten. Das Shaolinkloster ist inklusive Anfahrt innerhalb von einem Vormittag erreichbar und für die Longmangrotten reichen auch ein bis zwei Stunden.

in Zentralchina Reise

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